Projektbeschreibung
Die Bauwerke BW 41/150 Plinganserstraße und BW 40/68 Abzweig Brudermühlstraße befinden sich im Südwesten von München und sind Teil des Verkehrsraums am Mittleren Ring. Beide Spannbetonbrücken wurden in den Jahren 1970/71 errichtet und enthalten Sigma-Oval-Spannstahl. Zur langfristigen Zustandsüberwachung ist ein kombiniertes Monitoringkonzept aus verteilten faseroptischen Sensoren und Schallemissionssensorik vorgesehen.
Das Ziel des Monitorings im Auftrag der Landeshauptstadt München besteht in der frühzeitigen Detektion möglicher Schädigungsereignisse, insbesondere von Spanndrahtbrüchen, sowie in der präzisen Erfassung von Dehnungen und Rissbreitenänderungen an den Unterseiten der Tragwerke. Die messtechnische Überwachung ist als Langzeitmonitoring über einen Zeitraum von 15 Jahren konzipiert.
Bauwerk
Dreifeldrige Spannbetonbrücken BW 41/150 Plinganserstraße und BW 40/68 Abzweig Brudermühlstraße
Ausführungszeitraum
05.2026 – laufendes Monitoring
Monitoringursache
Langfristige Zustandsüberwachung spannungsrisskorrosionsgefährdeter Bauwerke
Bauteil
Unterseiten der Spannbetonüberbauten mit Sigma-Oval-Spannstahl
Sensoren
EpsilonSensor ⌀ 3 mm, Hersteller: Nerve-Sensors
PT100-Temperatursensoren
Länge von Sensoren
Zwölf DFOS-Sensoren mit einer Gesamtlänge von ca. 545 m
Installationsart
Verklebung in gefrästen Nuten auf der Unterseite der Überbauten
Messungen und Messverfahren
Nullmessung nach Installation
Periodische (jährliche) DFOS-Folgemessungen auf Basis der Rayleigh-Rückstreuung
Temperaturkompensation
Langzeitmonitoring der Sigma-Oval-Brücken BW 41/150 und BW 40/68 in München
Die Brücken BW 41/150 Plinganserstraße und BW 40/68 Abzweig Brudermühlstraße sind Spannbetonbauwerke aus den 1970er-Jahren. Das Bauwerk BW 41/150 führt über den Mittleren Ring und besteht aus zwei getrennten Vollplatten mit veränderlicher Bauteilhöhe. Das Bauwerk BW 40/68 zweigt einspurig vom Mittleren Ring ab und überführt die Gegenfahrbahn. Beide Tragwerke wurden mit Sigma-Oval-Spannstahl vorgespannt und werden im Rahmen eines langfristigen Monitorings messtechnisch überwacht.
Zur Zustandsbewertung wurde ein kombiniertes Messkonzept aus DFOS-Monitoring und Schallemissionsmonitoring eingesetzt. Die Schallemissionssensorik dient der ereignisgesteuerten Detektion und Lokalisierung potenzieller Spanndrahtbrüche. Ergänzend dazu ermöglicht das DFOS-System eine hochaufgelöste, ortsverteilte Erfassung von Dehnungen sowie die Detektion und Nachverfolgung von Rissbildungen entlang der Sensorstrecken.
Für das DFOS-Monitoring wurden insgesamt zwölf faseroptische Sensoren an den Unterseiten der beiden Bauwerke installiert. Am Bauwerk BW 41/150 wurden zehn Sensoren auf den Teilbauwerken West und Ost angeordnet. Am Bauwerk BW 40/68 wurden zwei Sensoren entlang der Brückenlängsachse installiert. Die Sensoren wurden in zuvor gefräste Nuten eingeklebt und über geschützte Anschlussleitungen zu separaten Messkästen geführt. Die Gesamtmesslänge der DFOS-Sensorik beträgt ca. 545 m.
Die periodischen DFOS-Messungen erfolgen mit einem optischen Interrogator und liefern Dehnungsdaten mit hoher räumlicher Auflösung. Zusätzlich wurden Temperaturmessungen zur Kompensation temperaturbedingter Einflüsse durchgeführt. Nach der Installation erfolgt eine Nullmessung, anschließend sind jährliche Folgemessungen über die gesamte Betriebsdauer vorgesehen. Die Auswertung der Messdaten umfasst die Analyse von Dehnungsverläufen, die Lokalisierung möglicher Risse sowie die Bewertung von Rissbreitenänderungen.
Durch die Kombination von DFOS- und Schallemissionsmonitoring entsteht ein ganzheitliches Überwachungssystem für die beiden Brückenbauwerke. Dynamische Ereignisse wie mögliche Spanndrahtbrüche können mit lokalen Veränderungen im Dehnungs- und Rissbild abgeglichen werden. Damit unterstützt das Monitoringsystem die langfristige Bauwerksbewertung und liefert eine belastbare Datengrundlage für Betrieb, Wartung und Instandhaltungsentscheidungen.


Aktuelles
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